Schloss Schönbrunn

Projekte:

  • Schloss Schönbrunn – Finsterer Gang – Sanierung Nordfassade
  • Schloss Schönbrunn – Theatertrakt – Fassadensanierung und Vorplatzgestaltung
  • Schloss Schönbrunn – Apothekertrakt – Fassadensanierung

Maßnahmen: Fassadenrenovierung im Sinne der Denkmalpflege in Kalktechnik mit entsprechender Untergrundvorbereitung und Oberflächenstruktur nach historischen Erkenntnissen

Generalunternehmer: Hazet Bauunternehmung GesmbH

Restauratoren:

  • Dr. Dahm (BDA)
  • Dr. Koller (Befundungen BDA)
  • Dr. Paschinger (Chemisches Labor BDA)
  • Hans Hoffmann (Restauratorische Untersuchungen, Ausarbeitung Renovierungsmaßnahmen und Dokumentationserstellung)

Die Untersuchung der Fassadenputzbestände und die Ausführung der Renovierungsarbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Dies diente dazu, um grundlegende Kenntnisse über den historischen Putzbestand der Fassaden zu erhalten und daraus resultierende Renovierungsmaßnahmen entwickeln zu können.

Im Laufe der Bauarbeiten ließen sich im Mauerwerk hinter fast jeder zweiten Lisene Tonrohre auffinden, die wie eingemauerte Abfallrohre vom historischen Dachstuhl ins Erdreich verlaufen. Laut Untersuchung dürften sich diese Rohre noch auf eine Dachstuhlsituation vor der heutigen Konstruktion beziehen und müssten somit zur Bausubstanz Pacassis gehören. Die Rohre zeigen im Inneren keine nennenswerten Verschmutzungen, ihre ursprüngliche Funktion lässt sich daher nicht mit Sicherheit nachweisen. Im Zuge der Renovierung wurden sie als Belüftungsrohre für die vorgehängten Fassadensockelplatten adaptiert.

Vor Beginn der Sanierung waren die Putzprofile und die Quaderteilungen für eine Nachbildung des Altbestandes genau zu dokumentieren. Besonderes Augenmerk wurde auf die Struktur der Rustikalputzflächen und die planen Anschlüsse an die steinernen Fenstergewände gelegt.

Im Zuge der Probeentnahme und Untersuchungen wurde festgestellt, dass unterschiedliche Putzmaterialien im Laufe der Zeit für die Sanierung herangezogen wurden. Der Unterputz wurde in Plänen eingetragen sowie großflächig instandgesetzt und der Oberputz nach historischen Vorbildern wiederhergestellt.

Die zahlreichen Befunde eines typischen Barockputzes (Kalkmörtel mit Kalkglätte), abgesichert durch die Baugenese der Rundportale am Kontrollorstöckl, wo in einem identen Material die alten Bogenanschlüsse erhalten sind, lassen einen Großteil des Traufengesimses und der Putzgliederungen als gesicherten Bestand aus der Erbauungszeit um 1750 bewerten. Das Fassadengliederungssystem mit geglätteten Lisenen und Rustikalgliederungen in den Fensterachsen wurde in allen darauf folgenden Renovierungen übernommen.