1120 Wien, Rosasgasse 1-3

BG + BRG

Maßnahmen: Generalsanierung des Bestandsgebäudes samt historischer Fassaden in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und Errichtung eines Stahlskelettzubaues mit massiven Betonelementen

Baumeisterarbeiten: Hazet Bauunternehmung GmbH

Planer: Architekturbüro Ortner & Stolz

Nutzfläche: 6.471 m2

Bruttogrundrissfläche: 10.554 m2


Das ursprüngliche Gebäude des BG/BRG Rosasgasse in Wien Meidling wurde noch zu Zeiten Kaiser Franz Josephs im Jahr 1892 eröffnet und stellt einen sehr schönen, klassischen Schulbau dar, der in zweifach erneuerter Form noch heute den Kern der Schule bildet. 1941 wurde in der Schule ein Reservelazarett der Wehrmacht eingerichtet. Als im April 1945 die vorrückenden Russen Wien und Meidling besetzten, wurde das Schulgebäude in der Rosasgasse von sowjetischen Truppen und anschließend von britischen Truppen genutzt. Im Frühjahr 1946 wurde das bombenbeschädigte und als Lazarett zweckentfremdete Schulgebäude vom englischen Bezirkskommandanten unter widrigen Umständen hergerichtet und wieder für den Schulbetrieb freigegeben. Mit der Umwandlung in ein realistisches Bundesgymnasium und ein naturwissenschaftliches Bundesrealgymnasium wurde das Schulgebäude zu klein und daher mit Zubauten erstmalig generalsaniert. 35 Jahre nach der ersten Generalsanierung war das Schulgebäude wieder stark renovierungsbedürftig und für die Nutzung als moderner Bildungstempel für die Jugend nicht mehr zeitgemäß. Im Schuljahr 2003/2004 erfolgte daher eine Generalsanierung zu einem zeitgemäßen Schulgebäude.

Im Zuge der Generalsanierung und Erweiterung durch einen modernen, zeitgenössischen Zubau wurde das alte Schulgebäude umfassend restauriert und in seinen Originalzustand rückgeführt. Sämtliche Arbeiten erfolgten in Rücksprache mit dem Bundesdenkmalamt. Als Schmuckstück sind die historischen Deckenfresken zu erwähnen, welche unter einer Gipskartondecke im Mehrzwecksaal entdeckt wurden. Auch die historische Fassade zeigt sich nach der Sanierung wieder in alter Frische.

Hinter dem alten langgestreckten Schulgebäude wurde ein funktionaler, betont heller Zubau in Stahlskelettbauweise mit massiven Ortbetondecken errichtet, der sich schräg mit dem Bestand harmonisch vereint. Die Arbeiten wurden trotz enggesetztem Bauzeitenplan termingerecht fertiggestellt, und lt. Aussage des Nutzers übertrifft das Ergebnis bei weitem alle Erwartungen.

Der Neubau und der Bestand bilden nunmehr ein reizvolles, spannendes Ensemble, das nur durch den überlegten Umgang mit historischer Substanz und der technischen Kompetenz der ausführenden Baufirma – Hazet Bauunternehmung GmbH – gelingen konnte.